Hallo Stefan,
Ich bedanke mich artig für den "soliden Handwerker" und fühle mich auch tatsächlich recht wohl in dieser Rolle. Natürlich haben auch wir "Handwerker" Ambitionen. Wer aus der schreibenden Zunft würde es nicht begrüßen, auch überregional und völlig losgelöst vom Regionalprädikat wahrgenommen und gelobt zu werden? Nun, wer weiß, was noch kommt...
Nur nebenbei:Schade, dass der KBV-Verlag nicht in der Auflistung der Verlage zu finden ist.
www.kbv-verlag.de
Deutsche Krimi-Klassiker aus Glauser - da würde ich noch Werke von Dürrenmatt hinzuzählen (wenn wir aus deutsch mal deutschsprachig machen). Alles andere ist einfach viel zu jung (wie die Autoren, die Du auflistest - können wir auch gerne um Noll, Haas und Ani erweitern), um als "Klassiker" zu gelten. Herausragendes aus den 60ern und 70ern fällt mir spontan nicht ein; gehen wir weiter zurück, erst recht nicht.
Bei Deinem Argument, das sich manche der "Regio-Autoren" ihrer "Grenzen" bewusst sind und Du da Berndorf aufführst, wäre ich vorsichtig: Gerade mit "Die Raffkes" hat er doch gezeigt, dass er auch was anderes kann als Eifel.
Hallo Lars,
solide Handwerker sind zum Beispiel Edgar Noske, Ralf Kramp, auch Jacques Berndorf, Niklaus Schmid und Jürgen Kehrer; Autoren, die sich über die Grenzen ihrer literarischen Arbeit keine Illusionen machen: sie wissen, was sie können und bleiben in den Grenzen ihres Handwerks. Sie sind damit ja auch durchaus erfolgreich.
Perspektiven darüber hinaus sähe ich z. B. bei Martin Schüller, auch von Helmut Frangenberg ("Trümmer" bei Emons) hatte ich mir etwas versprochen, aber da scheint erst mal Pause sein.
Was haben "Klassiker" wie Conny Lens noch auf der Pfanne und wohin entwickeln sich Roman Rausch, Patrica Vohwinkel?
Wer arbeitet sich Stück für Stück nach vorn, wird von Buch zu Buch besser?
Das sollte beobachet werden, wird es wohl auch, sonst wären Ulrich Ritzel, Alfred Komarek, Alexander Heimann nur in ihren Regionen bekannt geworden.
Notiz am Rande: die großen Namen aus der Pulp-Szene hätten vielleicht nie den Klassiker-Statue erreicht, wenn Sie nicht verfilmt worden wären. Woolrich & Co. lieferten auch gute Filmstoffe. Das gibt es bei uns leider nicht. Liegt es an den Stoffen, oder gibt es doch kein deutsches Kino?
Und da wären wir beim anderen Thema: gibt es deutsche Klassiker der Kriminalliteratur? Wieso fällt da meistens nur der Name Glauser?
by Lichtblau @16.11.2004, 18:31
Sehr interessante These, aber ich wäre an Namen interessiert, die diese These unternaumern.
Wer sind sie denn in den Augen des Autors, diese "soliden Handwerker", hinter denen "literarische Potenz" stecke?