Kommentare zu «tt210707»

DANKE @Eva
by Schr├Ąubelchen @11.07.2021, 13:57

@ Liebe Schr├Ąubelchen,
deine "kurze Info" von 20 Uhr 51 habe ich soeben erst gesehen und gelesen. Sehr traurig, dass es so gekommen ist.
Es ist etwas wunderbares, gemeinsam ein Leben in Liebe zu leben. Dein hilfsbereiter Mann hat wohl auch sehr viel Freude an dieser handwerklichen T├Ątigkeit gehabt. Dass er besonders dir unendlich fehlt, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Herzlich
Eva
by Eva @09.07.2021, 21:45

@ Liebe Schr├Ąubelchen,
das ist beruhigend zu lesen und deine "Vorfreude" kann ich sehr gut verstehen.
Danke auch dir f├╝r deine Zeilen.

Mit besten W├╝nschen
und herzlichem Gru├č
Eva
by Eva @09.07.2021, 21:01

Eine kurze Info:
Mein Mann war mit Leib und Seele Handwerker und wurde als wir beide den Pensionsantritt schon als Zielflagge gesehen haben - KREBSKRANK. Als ich ihn zu Grabe getragen haben - musst ich nur mehr 4 Wochen arbeiten. Er half allen und jeden von der Verwandtschaft ├╝ber die Dorfbev├Âlkerung hinaus. Kaum Urlaub od. Freizeit, es ging auch so manches Wochenende drauf, - er verschob alles auf die Pension. Ich sagte mal - woher weisst Du - dass es dann noch geht...ÔÇŽ und so war es auch. Er hat auch immer gesagt - im Himmel wird es doch auch noch einige R├Ąume geben die "bearbeitet " werden m├╝ssen. Er hat in jeder Hosentasche einen Rollmeter f├╝r den Fall des Falles einstecken gehabt auch in der Sonntagsjean. Ich habe ihm auch in seiner LETZTEN HOSE einen Rollmeter einstecken lassen.
Er war und ist meine erste und einzige Liebe - er fehlt mir unendlich - und ich freue mich wenn ich wieder mit ihm vereint bin.
by Schr├Ąubelchen @09.07.2021, 20:51

DANKE Engelbert f├╝r so viel Aufmerksamkeit und danke an alle die kommentiert haben.
Keine Sorge - ich helfe NICHT nach - ich warte geduldig bis er mich abholt.

Aber ich freue mich wenn ich wieder mit ihm vereint bin.

DANKE ALLE:
by Schr├Ąubelchen @09.07.2021, 20:20

@ Liebe Ingrid/ile liebe Schr├Ąubelchen,
eure traurigen, lebensm├╝den Gedanken r├╝hren mich sehr an. Ich glaube eure Situation und Gef├╝hle sehr gut verstehen zu k├Ânnen. Aus eigener Erfahrung wei├č ich, was es bedeutet einen geliebten Menschen f├╝r immer gehen lassen zu m├╝ssen. Obwohl das Sterben und der Tod ja zu unser aller Leben dazugeh├Ârt und wir alle deshalb auch genau darum wissen, kann es einen dennoch so unerbittlich hart treffen und scheinbar auch jeden Halt, jede Freude und Lebenssinn mit sich hinweg genommen zu haben. Es ist ein gro├čer Verlust und damit auch eine nicht zu schlie├čende L├╝cke in ÔÇ×unseremÔÇť Leben entstanden. Mit dieser ersch├╝tternden Tatsache leben zu m├╝ssen, ist ein Lernprozess der seine Zeit braucht. Gespr├Ąche mit einem Menschen der hinh├Ârt, versteht und vielleicht auch Erfahrung damit hat kann beim Tragen der schweren Last sehr hilfreich sein.
Von Herzen w├╝nsche ich dir liebe Ingrid und dir liebe Schr├Ąubelchen, viel Kraft, Lebenswillen, mittragende Menschen an eurer Seite sowie Gottes Segen.
Mitf├╝hlende Gr├╝├če
Eva
by Eva @09.07.2021, 00:58

@ Lieber Engelbert,
dass es dir ein Bed├╝rfnis war/ist, die sehr traurigen ├äu├čerungen von Ingrid/ile und Schr├Ąubelchen hier zum Tagesthema zu machen, finde ich sehr f├╝rsorglich von dir.

Zu deinen beiden Fragen:

Kann man da was tun ?"
Meiner Meinung nach kann man immer versuchen etwas zu tun. Ob es demjenigen Menschen auch hilft, kann man vorab zwar nicht wissen, aber dennoch ist es das immer wert.

Was kann man tun?
Eine pr├Ąsente, zur├╝ckgenommene Wegbegleitung in dieser Trauerphase sein.
In solchen Situationen halte ich m├Âglichst pers├Ânlich Kontakt, wenn das nicht m├Âglich ist, dann zumindest telefonisch und/oder schriftlich. Wenn man selbst keine Trauerbegleitung sein kann/m├Âchte oder keine Erfahrung damit hat, kann man die Suche bzw. Kontaktvermittlung zu professioneller Hilfe, Trauerbegleitung anbieten. Falls man diejenige Person pers├Ânlich gut kennt und sie keine Angeh├Ârigen und wenig Kontaktpersonen mehr hat, dann evtl. die Gemeindepfarrei oder gegebenenfalls auch die Palliativ Begleitung des Verstorbenen kurz ├╝ber die Gegebenheiten informieren.
Soweit es die Umst├Ąnde zulassen, versuche ich unter Ber├╝cksichtigung der jeweiligen Befindlichkeit und Bed├╝rfnisse die Trauernden ohne Druck ins Leben (zur├╝ck) zu holen und sie auch behutsam zu fordern, um ihnen somit auch wieder das Gef├╝hl zu vermitteln, dass ihr Leben durchaus ÔÇ×nochÔÇť einen Sinn hat. Insbesondere dann, wenn keine weiteren Familienangeh├Ârigen da sind. Das Vermitteln einer Selbsthilfegruppe, habe ich meist auch als sehr hilfreich erfahren.

Dennoch, durch die Einzigartigkeit eines jeden Menschen ist auch jede Trauer, jeder Schmerz, jedes Durchleben emotional einmalig und somit auch nicht vergleichbar, weshalb es f├╝r mich auch immer wieder ein Abw├Ągen zwischen dem was man selbst tun kann und den jeweils beiderseitigen pers├Ânlichen Grenzen ist.


@ Liebe Katharina,
den von dir erw├Ąhnten Satz ÔÇ×Gott gibt uns nicht mehr, als wir tragen k├ÂnnenÔÇť, habe ich auch schon oft geh├Ârt, ebenso von theologischer Seite und finde diesen sicherlich gut gemeinten Zuspruch auch in keiner Weise tr├Âstlich, eher das Gegenteil. Ich glaube nicht, dass Gott uns irgendetwas auferlegt, und bin mir sicher, dass Gott uns beim Tragen hilft, auch wenn dies manchmal nicht so sp├╝rbar oder erkennbar ist bzw. scheint.

Gru├č
Eva
by Eva @09.07.2021, 00:47

@ Katharina: bei Schr├Ąubelchen ja, bei Ingrid/Ile nicht ... ich hatte sie gebeten, doch mal ein Lebenszeichen zu schreiben, weil sich bestimmt einige Leser Sorgen machen bzw. wissen wollen, wie es ihr geht.
by Engelbert @08.07.2021, 00:11

@Engelbert
Das meinte ich ja genau wie Du: Die S├Ątze sind ├Âffentlich, und die beiden haben es ja ├Âffentlich hier geschrieben, wenn auch in einer anderen Rubrik. Egal wo, aber wenn sie es ├Âffentlich geschrieben haben, war es ihnen ein Bed├╝rfnis, ihren Kummer mit anderen zu besprechen. In diesem Sinne ist es ein Rauslassen ihres Kummers = sie schlucken ihren Kummer nicht "still" herunter und tragen ihn nicht alleine mit sich herum. Dieses Bed├╝rfnis, das Leid anderen mitzuteilen, ist f├╝r mich der Hinweis, die Trauer aus dem K├Ârper nach drau├čen zu bringen = indem sie mit anderen dr├╝ber reden. Deshalb meinte ich zu Engelberts Frage "Kann man da was tun?" meinte ich: Wirklichen Trost gibt es wenig, aber man kann Dasein, N├Ąhe zum Trauernden produzieren. N├Ąhe und Dasein, das kann man tun und das ist immer hilfreich.
by Katharina @07.07.2021, 23:46

@ Liebe Ingrid/ile,
@ Liebe Schr├Ąubelchen,

ich kann all diesen Kommentaren nicht wirklich Neues hinzuf├╝gen. Ich m├Âchte euch einfach wissen lassen, dass ich an euch denke und euch die Kraft w├╝nsche, die ihr f├╝r jeden neuen Tag braucht.
Ich finde viel Trost in den Liedern, die mich an Gottes Liebe erinnern und mir sagen, dass er jeden Tag bei mir ist, mich nie allein l├Ąsst! Es sind manchmal Texte, die bereits in der Bibel stehen.

https://www.youtube.com/watch?v=tGC7vpaYcfs

Seid beh├╝tet.

by Gerlinde aus Sachsen @07.07.2021, 22:46

Obwohl ich heute Morgen schon sehr fr├╝h hier im "Thema des Tages" gelesen hatte, habe ich mir ganz bewusst viel Zeit genommen, um hier zu schreiben. Warum? Ich habe mich den ganzen Tag ├╝ber gefragt, wie es mir und meinem Mann wohl ergehen wird, wenn uns dieses Schicksal ereilt. Irgendwann wird dieser Tag ja kommen, und einer von uns wird allein zur├╝ckbleiben.

Mein Mann und ich haben heute einen abwechslungsreichen Ausflug an den Mittelrhein gemacht. Viel Natur, eine Burgenbesichtigung, etwas Kunst - f├╝r jeden war etwas dabei. Wir haben gelacht, es uns gut gehen lassen und sind erf├╝llt wieder heimgefahren. Eure Traurigkeit und eure Verzweiflung, liebe Ingrid/ile und liebe Schr├Ąubelchen ist aber trotz aller heute erlebten Freude mit mir mitgefahren. Auch wenn ich mich noch kaum in eure Situation hineindenken kann, wei├č ich aber heute schon, dass ich den heutigen Tag mit seinen sch├Ânen Erinnerungen als ein kleines Verm├Ąchtnis mir bewahren werde f├╝r die Zeit, in der es um Abschiednehmen und Loslassen gehen wird. Gleiches empfindet mein Mann im umgekehrten Fall. Das wei├č ich aus vielen Gespr├Ąchen mit ihm, denn es ist f├╝r uns wichtig, sich schon an hellen Tagen der Unausweichlichkeit von dunkleren Zeiten bewusst zu sein. Als wir vor 44 Jahren Ja zueinander gesagt haben, haben wir auch Ja gesagt zu den Abschiedstr├Ąnen, zu Hoffnungen, die sich vielleicht nicht mehr erf├╝llen, zu Pl├Ąnen, die nicht mehr umgesetzt werden k├Ânnen, weil die Lebensuhr f├╝r einen von uns stehen bleiben wird. Unser damaliges Ja hat auch diesen Kummer miteingeschlossen.

Vielleicht kann euch beiden darum mein Rat helfen, denn es ist der einzige, den ich aus ├ťberzeugung geben kann: Sch├Âpft aus dem reichen Ma├č eurer gl├╝cklichen Erinnerungen, denkt an die Zeit des gemeinsamen frohen Lachens und geht zur├╝ck an die Orte, an denen eure Partner sich wohlgef├╝hlt haben. Sie sind dort und warten auf euch. Nichts von allem Sch├Ânen mit ihnen geht ja verloren. Die Erinnerungen helfen und tr├Âsten, und sie sind immer wieder abrufbar.
Das Leben alleine ohne den geliebten Menschen zu Ende zu leben, wird nicht leicht sein, aber ich vertraue darauf, dass die Liebe, die wir zu einander empfunden haben, uns weiter tr├Ągt, bis wir wieder zusammen sind. Von ganzem Herzen w├╝nsche ich euch beiden diese tr├Âstende Zuversicht!
by Inge @07.07.2021, 22:04

@ Philomena: nein, die beiden wissen es nicht ... es war mir ein Bed├╝rfnis, das zum Thema zu machen, deswegen ist es auch passiert ... die S├Ątze sind ja ├Âffentlich und d├╝rfen zitiert werden. Ich werde aber beide per Mail auf das Thema hinweisen.
by Engelbert @07.07.2021, 21:39

Liebe @Philomena, ich respektiere, da├č Du Deine pers├Ânliche Trauer mit Dir alleine ausmachen kannst. Vielleicht auch ÔÇ×nochÔÇť nicht. Am Anfang versucht jeder sich davon abzulenken, aber dann verschiebt man die n├Âtige Trauer und spricht sp├Ąter, manchmal Jahre sp├Ąter, lauter davon, im Sinne von Es auszusprechen und nicht still vor sich hinzuleiden.
Ich stimme Dir zu, Trauer ist sehr individuell. Der eine klagt, der andere heult, die einen fressen sie still in sich hinein, ÔÇŽ
Wenn einige mir schon nicht glauben, dann vielleicht mehr einer anerkannten Therapeutin, die im SWR-Fernsehen einige Jahre sehr gut leidende Menschen angeh├Ârt hat und sehr gut darauf reagiert hat = Frau Brigitte L├Ąmmle. Eine H├Ârerin rief sie im Bayerischen Radio an, da sagte Frau L├Ąmmle zu ihr:
Fr├╝her gab es die ÔÇ×KlageweiberÔÇť, die bei einem Trauerfall laut klagten und bitterlich laut heulten. Heute ist dieser Begriff leider nicht mehr gel├Ąufig, weil das Wort altmodisch klingt. Aber von der Sache her sind die fr├╝heren Klageweiber hilfreich, weil oft die ÔÇ×stilleÔÇť Trauer, die man in sich reinfri├čt, den Schmerz nicht ausreichend bew├Ąltigt.
Auch ein anderer Therapeut Michael Begelspacher pl├Ądiert sehr daf├╝r, Schmerzen aller Art aus dem K├Ârper herauszulassen, um Heilung oder Linderung zu erm├Âglichen. Alles, was man still in sich hineinfri├čt an Kummer, das bleibt im K├Ârper drin und beeinflu├čt uns oft ohne da├č wir uns dessen bewu├čt sind. Weil diese heruntergeschluckten Energien in unserem K├Ârper bleiben, w├Ąre es gut, da├č wir es peu ├á peu wieder aus dem K├Ârper herausbringen.
Allein die Tatsache, da├č sich die beiden Trauernden bei Engelbert gemeldet haben, zeigt mir, da├č sie ihren Kummer herauslassen und nicht still in sich hineinfressen. Da├č sie ihren Kummer ├Âffentlich teilen, ist mir das Zeichen, da├č es ihnen nicht reicht, ihre Trauer alleine mit sich zu bew├Ąltigen, und das ist schon ein gutes Zeichen, da├č sie auf "gesunde" Art ihre Trauer durchleben.
by Katharina @07.07.2021, 20:41

Da ich davon ausgehe, das beide Kommentierenden wissen, dass ihre S├Ątze heute Thema des Tages sind, sende ich beiden liebe Gr├╝├če und kommentiere auch.

Engelbert fragt nach tun? - Trauer ist ein sehr individueller Prozess. Jeder Mensch reagiert anders und ist anders. Ich wollte mit meinen Trauern immer allein sein. Nur ein paar mitf├╝hlende Seelen haben etwas dar├╝ber erfahren.

Tun ist Aktion. - Trauern ist etwas Innerliches, was (bei mir) zu mir geh├Ârt und nicht nach Au├čen. Ich habe ein Poem geschrieben, sehr viel Verlust gesp├╝rt und den Schmerz zugelassen und ausgehalten. Irgendwann wurde er milder, doch es hat gedauert.
Dass es f├╝r einen Ehemann, mit dem man sehr, sehr lange zusammen gelebt hat, keinen Ersatz gibt, ist den ├Ąlteren Frauen auch klar. Aber gerade f├╝r eine ├Ąltere Menschin ist das eine zun├Ąchst fast nicht zu bew├Ąltigende Aufgabe: leben ohne ihn. Denn sie haben so lange zusammen gelebt.
Wenn es so sein soll, wird das Leben zu beiden zur├╝ckflie├čen. Da kann dann f├╝r eine eine Trauergruppe wichtig sein, f├╝r andere das Gespr├Ąch mit einem anderen oder religi├Âse Einsichten.
Patentrezepte gibt es nicht, weil alles auch ein wenig von der Intensit├Ąt und Tiefe der Beziehung abh├Ąngen wird.

@greta
Ruf einfach an!!!
by philomena @07.07.2021, 17:24

Wie unendlich schwer es sein kann, den geliebten Lebenspartner zu verlieren, las ich im Buch von Irving und Marilyn Yalom "Unzertrennlich". Es k├Ânnte ein wenig tr├Âsten, dass sogar gestandene Psychoanalytiker kaum damit fertig werden, und wie sie es versuchen...
by @07.07.2021, 14:39

@kraeuterhexe, du schreibst es sehr eindr├╝cklich und manches deckt sich mit meinem Empfinden.
Spiritualit├Ąt finde ich immer gut, auch das wurde im Alten Testament oftmals dargestellt.
F├╝r mich pers├Ânlich hatte ich Hiob genommen. Dabei ging es mir nicht um seine absolute Fr├Âmmigkeit wie sie dargestellt wird, sondern eher den Glauben an sich selbst.
Einfach den eigenen Weg schrittweise gehen, entsprechend jeder lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt, und immer sich selbst vertrauen. Eigentlich sehe ich die Bibel eher als eine Art Geschichten ├╝ber das Leben. Wobei mir das j├╝dische Gedankengut eher als das christliche liegt.

Ich denke, so sehr einem die Person, die gestorben ist fehlt, so wenig w├╝nscht diejenige sich, dass man ihr gleich nach folgt.
Oftmals empfinde ich es als Bestimmung, wenn jemand stirbt. Die Person geht ├╝ber die Seelenwanderung in eine andere ein und wird wieder geboren. Somit w├Ąre ich verloren, wenn ich gleich hinter her gehen w├╝rde.
by ReginaE @07.07.2021, 14:23

Ich kann nur sagen es ist sehr schwer ist einen geliebten Menschen zu verlieren. Habe ja den Mann im DEZ verloren. War allein und hatte nur eine Seelsorgerin. War ein Harter Dezember besonders da mein Mann mir nur Tr├╝mmer hinterlies . Ich sage mir immer da er sehr krank war das er sein Frieden gefunden hat . Ich rede oft mit Ihm und sage Ihm was los ist. Wenn ich an Stelle komme wo er verstreut wurde kommen immer 3 Schmetterlinge angeflogen die Hunde sind dort auch. Ein Zeichen das Sie mir zu h├Âren und da sind. Jeder geht damit anders um. Man kann da nicht viel helfen leider. Ich musste damit auch allein klar kommen und schafte das auch. Mein glaube half mir dabei auch. Verluste sind immer sehr hart und es braucht seine Zeit.
by Licht @07.07.2021, 14:22

Mir pers├Ânlich ist es eine gro├če Erleichterung dass ich nach den neueren Gerichtsurteilen in Deutschland Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann. Ich kann selbst entscheiden wann es genug f├╝r mich ist. Ob ich das jemals in Anspruch nehmen werde wei├č ich noch nicht aber es ist f├╝r mich ein m├Âglicher Weg selbst ├╝ber mich zu bestimmen.
Momentan bin ich noch besch├Ąftigt mit Arbeit f├╝r ├Ąltere Menschen die Hilfe brauchen. Das Leben hat also noch einen Sinn.
Einige Menschen in meinem Umkreis die schon verstorben sind vermisse ich jeden Tag.
by Defne @07.07.2021, 13:49

Ich glaube, dass man nur anbieten kann f├╝r die Trauernden da zu sein, ihnen zuzuh├Âren und wenn sie es m├Âchten, ihnen zu helfen. @Anne hat das schon geschrieben, was mir ebenfalls durch den Kopf gegangen ist bei der Frage, was kann man tun, oder kann man ├╝berhaupt was tun? Trauer ist wie ein scharfkantiger Stein. Man h├Ąlt ihn st├Ąndig in der Hand. Mit der Zeit werden seine Kanten weicher und runder und schmerzen lange nicht mehr so stark. Dann steckt man ihn in die Tasche und er geh├Ârt einfach zum Leben.
by Karin v.N. @07.07.2021, 13:35

Eine Ver├Ąnderung der Lebenseinstellung - mit kleinen Schritten anfangen.
by Gisela L. @07.07.2021, 13:07

Ich habe festgestellt, dass die Trauerbew├Ąltigung auch eine Frage des Alters ist. Mein Mann starb, als ich 33 Jahre alt war. Da hatte ich noch ein ganzes Leben vor mir und konnte nach einiger Zeit wieder nach vorn schauen und noch einmal ganz neu starten (hat allerdings nicht ganz so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Dachte an Familie und Kinder).

Als vor 4 Jahren mein Vermieter und bester Freund, den ich je in meinem Leben hatte, starb war ich 77 Jahre alt und in dem Alter sieht ein Verlust ganz anders aus. Es bleibt nur noch sehr wenig Zukunft und so wird die Trauer viel st├Ąrker empfunden. Auch hat man im Alter mehr Zeit, das ist w├Ąhrend der Berufst├Ątigkeit ganz anders. Bei mir haben sich dann auch noch die Lebensumst├Ąnde bez├╝gl. meines Umfeldes stark ver├Ąndert und das zu akzeptieren f├Ąllt unsagbar schwer.

Ich habe keine Kinder, aber ich finde den schlimmsten Verlust, ein Kind zu verlieren. Diese Trauer wird immer pr├Ągend sein und nie verschwinden. Es sind doch immer auch die Gedanken da "was w├╝rde mein Kind heute machen, wie w├╝rde es sein".

Viele der heute geschriebenen Zeilen haben mir pers├Ânlich sehr gut getan, h├Ąnge momentan auch irgendwie an einem Tiefpunkt.
by Hildegard @07.07.2021, 12:20

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Ich kann nur versuchen zu schreiben, wie ich das machte und mache.

Er war mein zweiter Mann und wie hatten nur 12 Jahre zusammen. Aber die sehr intensiv. Wir erledigten alles gemeinsam und waren die meiste Zeit zusammen. Dann mu├čte er ins Krankenhaus, an einem Tag sagte man mir er ist unheilbar krank, am n├Ąchsten Tag lag er schon auf der Palliativstation, am Abend ist er in meinen Armen gestorben. Das war ein Schock und tut wahnsinnig weh.

Ich pers├Ânlich bin ein Mensch, der die Probleme und Tiefschl├Ąge in seinem Leben mit sich selbst aus macht. Der Schmerz ist da. Den kann keiner wegnehmen. Man mu├č sich da durcharbeiten. Ich brauchte sehr viel Ruhe und Zeit zum denken. Ich glaube in dieser Phase ist es wichtig, dass der Tag trotzdem eine Struktur hat, Dinge die regelm├Ą├čig erledigt werden m├╝ssen.

Ich kann mit Kirche und Bibel nicht viel anfangen, aber im Laufe meines Lebens habe ich zu meiner eigenen Spiritualit├Ąt gefunden. Die Seele stirbt nicht, sie geht nur weiter. Und seit mein Mann gestorben ist, f├╝hle ich mich besonders beh├╝tet und besch├╝tzt. Es gab sooo viele gl├╝ckliche Zuf├Ąlle, die mein Leben erleichtert haben. Das alles aufzuz├Ąhlen w├Ąre jetzt zu viel, zu pers├Ânlich und manche halten mich wahrscheinlich f├╝r verr├╝ckt :)

Irgendwann merkt man, das Leben geht weiter. Man findet etwas was wieder Spass macht und die eigene Batterie aufl├Ądt. F├╝r mich ist das Musik. Und ich weiss ganz genau, was mein Mann sich f├╝r mich gew├╝nscht h├Ątte. Das versuche ich zu leben und umzusetzen.

Mit meinem Mann zusammen machten wir nat├╝rlich auch zusammen Pl├Ąne und dachten im "wir". Es war uns verg├Ânnt einen Teil des Lebensweges zusammen zu gehen. Wir haben uns bereichert und von einander gelernt. Daf├╝r bin ich dankbar. Aber ich bin eine eigenst├Ąndige Person. Ich darf das Gl├╝ck in mir selbst finden. Neue Wege ausprobieren. Neue Ziele finden. In mir ankommen und st├Ąrker werden.

Im September werden es drei Jahre. Manchmal rede ich immer noch mit ihm. Und jetzt nach dem ich diese Zeilen geschrieben habe, kommen auch wieder Tr├Ąnen. Aber das ist normal. Das Leben jedoch geht wirklich weiter und kann auch wieder sch├Ân sein. Was h├Ątte sich euer Mann f├╝r euch gew├╝nscht?
by kraeuterhexe @07.07.2021, 11:47

Das empfindet jeder sicher anders.

Im Gro├čen und Ganzen bin ich dar├╝ber weg.

Als mein Vater vor 30 Jahren starb hatte ich eine innerliche Wut!! weil ich mit ihm noch so viel erleben und reden wollte. Der Pfarrer sagte, dass dies auch ein Zeichen von Trauer sei. Ich konnte es akzeptieren.

Als mein Mann sich im Juni 2007 das Leben nahm, war das ein sehr tiefer Einschlag!! Damals dachte ich immer wieder ├Ąhnlich wie Ingrid/ile.
Vor mir standen daf├╝r gro├če Herausforderungen mit zwei Kindern vor der Ausbildung und im Studium und Schulden und in einem Alter, da man fast in Rente geht.
Wenige standen uns zur Seite, aber diejenigen die es taten waren sehr hilfreich.
Wir nahmen keine professionelle Hilfe in Anspruch, was ich r├╝ckblickend als Fehler empfinde. Doch es klappte.
Oft hatte ich das Gef├╝hl, wir m├╝ssen unter der Br├╝cke leben. Es war wirklich herb!!

Bis ich mich mit der Bibel auseinander gesetzt habe und darin das fand, was mir lange Zeit tiefen Halt gab.

Ich sagte immer, ich habe eine Aufgabe in der Welt und die muss ich erst erf├╝llen. Dazu gibt es Schutzengel, die einen von einem Absturz bewahren.
F├╝r ein Trauerjahr gab es keine Zeit.
Ich schaute die Natur an, und dachte oft, was wei├č die von meinen "Problemen". Sie lebt und jedes Jahr treibt sie neu aus.
Man glaubt nur, das Leben gehe nicht weiter, das stimmt so nicht. Selber wird man ├Ąlter und andere Gedanken, andere Menschen kommen auf einen zu.

Wichtig war f├╝r mich dem Leben eine Struktur zu geben und ich hielt mich sehr lange danach. Ja, wir "g├Ânnten" uns auch Kleinigkeiten und konnten sie genie├čen.

Meine S├Âhne fanden R├╝ckhalt in ihren Freundschaften, ihre Freunde hielten alle zu ihnen, was sehr wichtig ist.
Innerhalb der nachfolgenden Zeit beendeten einige M├Ąnner ihr Leben aus den unterschiedlichen Gr├╝nden selber. Bemerkenswert gab es da auch einen mit sehr viel Geld, der sich "verzockt" hatte.
Ich konnte erkennen, ich bin nicht allein auch wenn ich die anderen ├ťberlebenden nicht kannte!!
Sterben ist ein Teil vom Leben.
Nach dem Tod meines Mannes wurde, musste ich allein bestimmen wo es lang geht, ich wurde selbstbewusster.

by ReginaE @07.07.2021, 11:09

Ich bin selbst eine Betroffene und kann sagen, ja wenn man es m├Âchte, kann man etwas tun.
Trauergruppe, Selbsthilfegruppe ... Nur nicht allein bleiben und sich nicht dr├Ąngen lassen. Es braucht viel, viel Zeit ...

Mir hilft es, dass ich mit meinen Unsichtbargewordenen spreche. Denn f├╝r mich sind sie nicht tot, sondern unsichtbar. Sie sind, wann immer ich es brauche und auch zulasse, bei mir, nur nicht sichtbar. Sie l├Ącheln mir auf den Fotos zu und da hole ich mir, nicht ganz leicht, die Kraft, um mein Leben weiterzuleben, aber mit ihnen ...

Ich w├╝nschte, dass in solchen Situationen niemand allein sein muss.
by Leonie @07.07.2021, 11:01

@ Engelbert: wie einf├╝hlend und f├╝rsorglich, dass Du das aufgreifst -

Die beiden Schicksale scheinen mir unterschiedlich: Schr├Ąubelchens Kommentar klingt f├╝r mich nicht lebensm├╝de, sondern einfach den Verlust deutlich sp├╝rend... vielleicht ist auch der Verlust schon l├Ąnger her ... ich hab es nicht mitbekommen ... Ingrid/Ile (ich hab immer mitgelesen, war betroffen, hab aber nie kommentiert)
ist - nach einer langen gemeinsamen Sorgenphase erst vor kurzer Zeit in das schmerzhafte "endg├╝ltig Abschied nehmen m├╝ssen" gesto├čen worden ... die Wunde ist noch ganz offen...
Ob u wie man helfen kann? Ich wei├č es nicht...
Mir sagen die Worte von Bonhoeffer viel (ich wei├č nicht, ob ich sie posten darf)
und das Lied von Reinhard Mey
Lass nun ruhig los das Ruder
https://www.youtube.com/watch?v=Jus6JxYMHD8


Bonhoeffer:
Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit
eines lieben Menschen ersetzen kann;
und man soll das auch gar nicht versuchen,
man muss es einfach aushalten und durchhalten.
Das klingt zun├Ąchst sehr hart,
aber es ist doch zugleich ein gro├čer Trost,
denn indem die L├╝cke wirklich unausgef├╝llt bleibt,
bleibt man durch sie miteinander verbunden
Dietrich Bonhoeffer 4.2.1906 Breslau - 9.4.1945 KZ Flossenbr├╝g evangelischer Theologe

Beides hat mir Halt gegeben in schlimmen Verlustsituationen.
Ich w├╝nsche beiden SFinnen, dass sie Halt und Sinn finden, trotz des schweren Verlustes oder Einschlafen d├╝rfen... (klingt sicher f├╝r manche brutal, ist aber von tiefem Mitgef├╝hl getragen)
by DieLoewin @07.07.2021, 11:01

Miir hat sehr geholfen, dass ich eine Trauergruppe gefunden habe, in der ich mich mit meinem Leid aufgehoben und geborgen gef├╝hlt habe, nachdem sich meine Schwester das Leben genommen hatte.
In dieser Gruppe konnte ich mich fallenlassen; wir haben mitenander geredet, miteinander geweint...
Es war gut so... Langsam heilte die Wunde... die Narbe wird immer bleiben... Nach 2 Jahren habe ich die Gruppe dann von mir aus verlassen k├Ânnen.
by Doro-Remstal @07.07.2021, 09:57

@ Ingrid / ile
@ Schr├Ąubelchen
Wie das war, als mein Ex-Mann verstarb, das kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Aber 8 Jahre zuvor verstarb mein j├╝ngster Sohn mit knapp 25 Jahren. Das war sehr, sehr hart, ein sehr tief eingreifendes Ereignis, etwas, das ich keiner Mutter w├╝nsche. Mit Hilfe meiner Kinder, meiner Geschwister, einiger enger Freunde und einem gewissen Selbstschutz konnte ich den Tod meines Kindes ├╝berwinden ÔÇô gaaaanz langsam, es dauerte sehr, sehr lange, ich denke, dass dar├╝ber ca. 2 Jahre ins Land zogen. Viele zogen sich auch zur├╝ck und meinten: ÔÇÜwas willst du denn, du hast doch noch 3 KinderÔÇś - stimmt, habe ich ÔÇô aber einer fehlte und fehlt bei so vielen Dingen.
Versucht mal ob es in eurer N├Ąhe ÔÇ×Selbsthilfegruppen f├╝r Hinterbliebene, f├╝r AlleingelasseneÔÇť oder so gibt (die gab es damals, 1992/93, noch nicht). Dort kann man offen dar├╝ber reden, ├╝ber seinen Schmerz, das Nicht-mehr-k├Ânnen, man erh├Ąlt, wenn n├Âtig, auch Hilfestellung.
Euch beiden w├╝nsche ich viel Kraft und Mut zum Weiterlebern. Das ist keine Phrase, es ist Selbstzweck. Alles Liebe auf dem weiteren Lebensweg
by Lilo @07.07.2021, 09:22

Nein, da kann man als Au├čenstehender nichts tun... leider. Ich wei├č, wovon ich rede.
Als Betroffener k├Ânnen noch so viel gut gemeinte Ratschl├Ąge kommen, aber solange
die Seele weint kommen die nicht an. Erst wenn im eigenen Kopf der Wille zum Leben
dominiert, geht es bergauf. Der beste Freund kann tr├Âsten, aber nicht retten .. .
by Inge-Lore @07.07.2021, 09:01

Ich w├╝rde mir professionelle Hilfe suchen. Und/ oder in eine Trauergruppe gehen. Menschen die sich k├╝mmern k├Ânnen sind genau so wichtig. Von au├čen kann man da nichts machen. Aber Begleitung anbieten. Mehr kann man nicht machen.
Ich w├╝nsche den beiden alles Gute was sie auch immer tun m├Âchten.
Die Welt dreht sich einfach weiter. Trauern ist was ganz wichtiges und nat├╝rlich. Das braucht einfach seine Zeit. Betonung liegt auf dem Wort seine. Nicht die Zeit der anderen. Jeder der trauert hat seine Zeit. Egal was andere denken und wie lange es dauert. Ich wei├č wo von ich rede. Mein Sohn ist fast 6 Jahre tot.
by MOnika Sauerland @07.07.2021, 08:46

Oh je, das kann ich gut verstehen.
Leider kann man da nicht viel helfen. Ein Mensch h├Ârt nicht auf traurig zu sein, nur weil das andere erwarten.
Menschen trauern auch verschieden. Manche m├Âchten dann einfach f├╝r sich sein.
Ich w├╝nsche den beiden, dass der Schmerz mit der Zeit weniger wird.
by Sommerregen @07.07.2021, 08:19

Jede/r von uns hat wahrscheinlich schon den Tod eines nahestehenden geliebten Menschen erlebt. Und jeder Mensch trauert wohl etwas anders oder braucht unterschiedlich Zeit, um den gro├čen Verlust zu verarbeiten. Vielen hilft es, wenn sie ├╝ber ihren Schmerz reden k├Ânnen und ihnen jemand zuh├Ârt; sie begleitet. Dazu braucht es aber verst├Ąndnisvolle und liebevolle Mitmenschen, denen man vertrauen kann - und die eben nicht jeder hat... Sicher hilft es einigen auch, ihren Schmerz aufzuschreiben - und auch bei Seelenfarben mitzuteilen!!!
Andere wollen nur ihre Ruhe und gleiten immer tiefer in ihren Schmerz. Schwierig, wenn sie dann "Unterst├╝tzung" auch noch ablehnen...
Denn: Nicht nur f├╝r die Seele, auch f├╝r den K├Ârper ist Trauern Stress und er reagiert mit entsprechenden Krankheitssymptomen, die auch in eine chronische Depression m├╝nden k├Ânnen. Die Situation wird als ausweglos empfunden und die Gedanken kreisen nur noch in die eine Richtung.
Da sollte man sich wirklich fachliche Hilfe holen; sich einer Trauergruppe anschlie├čen oder einem Arzt anvertrauen....
by Anne @07.07.2021, 08:03

Gut, dass Du das hier ansprichst lieber Engelbert - denn ich mache mir sehr gro├če Sorgen um Ingrid/Ile, mit der ich einen guten pers├Ânlichen Kontakt habe, doch sie meldet sich nicht mehr. Auch ich kann die Fragen - was kann man da tun? Kann man da was tun? leider nicht beantworten. Als ich einer sehr guten Freundin nach dem Tode ihres Mannes schrieb: "Ich umarme Dich in Gedanken" - schrieb sie mir zur├╝ck: "Komme doch und umarme mich pers├Ânlich - was habe ich von gedanklichen und virtuellen Umarmungen!" Sie hatte Recht - Worte sind Schall und Rauch in diesem Fall, da helfen nur pers├Ânliche Kontakte - an die Hand nehmen - miteinander reden oder schweigen - sich professionelle Hilfe holen, sich einer Selbsthilfegruppe anschlie├čen - ja - und wer es kann - auch mit Gott reden.
by @07.07.2021, 07:57

Nicht viel, die n├Ąchste Umgebung kann da sein, ganz allm├Ąhlich mu├č man dann in die neue Situation hineinwachsen. Es hei├čt nicht umsonst ÔÇ×TrauerjahrÔÇť: ein Jahr lang alles ein erstes Mal alleine erleben. (Was nicht hei├čt, da├č der Verlust dann nicht mehr da ist).
Bei uns gibt es einen Trauerkreis, der f├Ąngt ein wenig auf, weil wie in einer Selbsthilfegruppe jeder Teilnehmer in einer ├Ąhnlichen Situation ist/ war.

G├Ânnt euch die Trauerzeit, sie ist wichtig. Das klingt vielleicht komisch, aber Verdr├Ąngen tut, vorsichtig ausgedr├╝ckt, nicht gut.
by B├Ąrenmami @07.07.2021, 07:54

Es muss sehr schwer sowie schmerzlich sein, einen Menschen, mit dem das Leben geteilt wurde, zu verlieren. Das nehme ich nun mal an.

Dadurch, dass ich in sehr jungen Jahren (dar├╝ber schrieb ich schon) viele, mir sehr wichtige Menschen verlor, brach ich letztendlch mit 22 Jahren in mir zusammen. Nun k├Ânnte Mann/Frau sagen : "Sie war jung". Ich antworte darauf: "Ja, das stimmt". Zugleich war der Verlust von mir sehr geliebten Menschen sehr, sehr pr├Ągend f├╝r mein Leben. Es waren "immerhin" meine Eltern, meine Grossmutter m├╝tterlicherseits, Zugleich ging meine erste grosse Liebe in die Br├╝che, sowie mein Studium gab ich letztendlich auf..usw.
Niemand liess ich an mich heran, obwohl ich ein Familienmensch bin.
In mir war der Glaube (das ist auch so, nur denken viele nicht daran; erst, wenn es passiert ist und der Mensch f├╝r immer verloren ist/scheint, durch sein Versterben), du verlierst diesen Menschen sowieso. somit war der Tod mein st├Ąndiger Lebensbegleiter. Ich wollte Jahrzehnte nicht mehr leben.
Strebte immer nach dem, was die andern (Ehe/Kinder/ ev.Haus...usw.) hatten und es ging mir immer schlechter und ich wurde ├Ąlter und ├Ąlter.....Erst mit 59 Jahren ging es langsam aufw├Ąrts, wo ich meine sichere Stelle k├╝ndigte (da griffen sich einige an den Kopf).
Die Jahre, die Zeit, in der wir leben...usw., die psychische und physische Gesundheit, ist alles ander als leicht, zugleich um vieles leichter als das, was vorher war.

Ich schrieb nur kurz ausf├╝hrlich von meinem Leben und bin einfach der ├ťberzeugung, dass jeder seinen sog. Lebensplan (Schicksal wird dazu gesagt) hat, den ich mit einem wunderbaren Baum vergleiche.

Der Stamm ist der Lebensplan und die ├äste, Zweige, Bl├Ątter, Fr├╝chte....die Wege, die wir gehen k├Ânnen. Was ich damit sagen m├Âchte ist, dass nur die zwei SFlerinnen sich selbst helfen k├Ânnen, sei es durch eine Aufgabe, die ihrem Leben wieder Sinn gibt, sei es, dass sie Dinge tun, die sie in ihrer Beziehung brach liegen liessen, vergessen haben....usw.

Letztendlich auch die Frage: "W├╝rde das der Vorangegangene auch wollen, dass ich mein Leben ohne ihn nicht mehr leben kann und mag? Geht meine Liebe bis in den Tod hinein? Wenn dem so ist und ich nur Sinn durch ihn in meinem Leben fand, jetzt keinen mehr; weil ich z.B. alt und krank, ersch├Âpft, m├╝de, usw. bin, da kann, meines Erachtens niemand etwas tun, ausser man selbst.

All das Gute sehen, dass der Mensch zur├╝ckliess. Dankbar sein, dass ich, wie lange auch immer, mit ihm sein durfte. Das ist doch nicht selbstverst├Ąndlich, einem wunderbaren Menschen zu begegnen und mit ihm sein Leben verbringen zu d├╝rfen. Das ist doch ein Geschenk, das ich einst annahm und nun, da es ausgepackt, gegangen ist, hat alles keinen Sinn mehr? Das glaube ich einfach nicht, weil ich an euch und eure Liebe zu diesem Menschen glaube !

I c h, die euch nicht kennt, g l a u b e a n e u c h, sowie an die Kraft eurer Liebe!
by Carina @07.07.2021, 07:40

Es ist mir nicht m├Âglich diese Frage zu beantworten.

Gleiches habe ich nicht erlebt

Meine Gedanken zum Thema Verlust eines geliebten Menschen:

Mir ist Hoffnungslosigkeit im Zusammenhang mit dem Verlust eines geliebten Menschen auf andere Weise begegnet. Es gab Zeiten, da habe ich mir gew├╝nscht den damals sehr geliebten Menschen auf dem Friedhof beweinen zu k├Ânnen. Der Verlust eines Menschen kann verbunden sein mit heftigen k├Ârperlichen Schmerzen.

Gl├╝cklicherweise bin ich, bedingt durch meinen Glauben, nicht allein. Diesen Weg habe ich fuer mich im Laufe dieser schweren Zeit finden d├╝rfen.

Das hat f├╝r mich nichts mit meiner Kirchenzugeh├Ârigkeit ( also nichts mit der Institution Kirche ) zu tun sondern mit meiner inneren Einstellung und meinem Kontakt zu Gott.

Wichtig in einem Trauerfall finde ich Zuwendung durch Menschen aus dem Umfeld Verwandte Freunde. Einerseits finde ich es wichtig diese Zuwendung annehmen zu d├╝rfen andererseits finde ich es wichtig diese Zuwendung zu geben.
by ixi @07.07.2021, 06:15

@ Ingrid / ile
@ Schr├Ąubelchen

Ich schicke euch aus der Ferne eine Umarmung... ihr habt mein ganzes Mitgef├╝hl... ich tu mir gerade richtig schwer die richtigen Worte zu finden... ein jeder empfindet anders... ich w├╝nsche euch jedoch ganz liebevolle Menschen in eurem Umfeld die euch auffangen... und ihr wieder einen Sinn im Leben und Freude erfahren k├Ânnt.

@ Katharina

Mir und vielen anderen Menschen gibt Gott und der Glaube Kraft, Halt, Trost und Hoffnung.
Weil du nicht glaubst, meinst du wohl Gott verhindert unser Leid nicht... er l├Ąsst es zu... denkst du dann auch an Gott wenn du Gl├╝ck und Freude empfindest?... dass er das zul├Ąsst?
Weiter m├Âchte ich gar nicht auf deinen Kommentar eingehen, sonst w├╝rde ich in einer Stunde noch da sitzen und schreiben.
by Lina @07.07.2021, 02:01

P.S. Die schreckliche Ohnmacht und grausame Endg├╝ltigkeit des Todes bringen einen in solche Verzweiflung. Die totale Ohnmacht: Ich kann nichts dagegen tun.
Die Endg├╝ltigkeit, da├č der vertraute Mensch nie mehr wiederkommt. Man hofft insgeheim, er m├Âge irgendwann doch noch kommen, aber die Toten kommen nicht zur├╝ck. Diese Grausamkeit und Lieblosigkeit in unserem Leben. Da├č Gott uns das auferlegt bzw. da├č uns dieses Schicksal in dieser unerbittlichen H├Ąrte trifft.
Da gibt es kaum Trost, au├čer Menschen, die echtes Verst├Ąndnis f├╝r unsere Lage aufbringen, wenn man noch solche Menschen trifft; wehe, wenn man kein Verst├Ąndnis mehr finden kann. Da merkt man erst, was echte Menschlichkeit bedeutet.
by Katharina @07.07.2021, 01:16

Die Trauer und Verzweiflung und tiefe Traurigkeit kann ich gut nachf├╝hlen.
Die Gedanken von Ingrid/ile sind mir vertraut.
In solchen Momenten fehlt mir vor allem Trost von der Religion.
Wenn die Pfarrer dann behaupten, Gott gibt uns nicht mehr, als wir tragen k├Ânnen, dann wei├č ich, warum ich aus der Kirche ausgetreten bin.
Was kann man tun? Wenig, aber wenigstens Geduld und Verst├Ąndnis.
Zuh├Âren, auch wenn der/die Leidende es immer wiederholt.
Verst├Ąndnis f├Ąllt mir leicht, weil ich wei├č, wie schlimm sich seelische Schmerzen anf├╝hlen. Wirklichen Trost gibt es wohl leider nicht, aber als Mitmensch Dasein.
Nicht weglaufen, nicht vom Thema ablenken, den anderen offen reden und klagen lassen. Klagen mu├č erlaubt sein ! "Stille" Trauer finde ich bl├Âd, Trauer mu├č auch laut ausgeklagt werden, ohne daf├╝r ger├╝gt zu werden.
Am Schlimmsten ist es wohl, von anderen alleine gelassen zu werden und bl├Âde Spr├╝che zu h├Âren wie "Es mu├č wieder weitergehen". Nein, es geht im Moment nicht weiter, da wurde einem der Boden unter den F├╝├čen weggezogen, wenn ein so geliebter Mensch einen verl├Ą├čt, ob im Tod oder man anderweitig verlassen wird.
by Katharina @07.07.2021, 00:36

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